Aus superb erzählten Geschichten erwachsen Sheehys bittere Erkenntnisse, seine bewegenden Parabeln und Storys von der Finsternis der Alltäglichkeiten transportieren allerdings auch plötzlich einsetzende Befreiung. Brodelnd intensiv durchmisst der in London lebende Ire Sünde, Rettung, Himmel, Hölle und nächtliche Albträume - das Leben, eben. Die dunklen Seiten von Folk und Country sind präsent, auch morbider Groove aus den Sümpfen des Mississippi-Deltas, Gospel und Acoustic Blues. Sheehy darauf zu reduzieren, wäre jedoch falsch. Nicht umsonst wird seinem Folk Noir, der live in Sextett-Umsetzung ein explosives Potpourri faszinierenden Ideenreichtums bietet, nachgesagt, Spuren von Elvis, Mark Lanegan, Dr. John oder Leonard Cohen aufzuweisen. Musikalität und würdevoller Umgang mit stilvollen Versatzstücken finden Platz in einer atmosphärischen Tiefe, wie sie wohl nur aus starkem Schuldbewusstsein erwachsen kann. Sheehy "verharrt jedoch nicht in der Pose des Schmerzensmannes"(Tip) sondern würzt seine lebensgebeutelten, lakonischen Betrachtungen mit subtilem Humor, der die Grenze zum Sarkasmus freudvoll überschreitet.
MICHAEL J. SHEEHY & The Hired Mourners spielten am 24. Oktober 2008 im WDR Rockpalast – auf Stark Amps:









